Fortschreibung Konzept "Kombinierter Verkehr und Güterverkehrszentren"

Mit dem Anstieg der Verkehrsmengen wird sich auch der „Boom“ im Bereich Güterverkehr und Logistik fortsetzen. Ursachen hierfür sind u.a. die stärkere Integration der logistischen Knoten in die Logistikkonzepte der verladenden Wirtschaft aus Industrie und Handel sowie die steigende Bedeutung des Kombinierten Verkehrs Schiene-Straße - dies auch vor dem Hintergrund der überproportional wachsenden Aufkommen im Bereich der Hinterlandabwicklung maritimer Containerverkehre. Das betrifft insbesondere den weiteren Ausbau der erforderlichen Infrastruktur in Form leistungsfähiger Umschlaganlagen sowie Güterverkehrszentren.

LNC wurde vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr damit beauftragt, auf Basis aktueller Zahlen und Experteninterviews ein internes Konzept mit entsprechenden Handlungsoptionen zu erarbeiten. Um die Leistungsvielfalt des Logistikstandortes Niedersachsen im Bereich des Kombinierten Verkehrs darzustellen und für die einzelnen Standorte als gewerblich nutzbare Broschüre zu dienen, sollten ausgewählte Basisinformationen (Strukturdaten und Kompetenzen) in einem Imagefolder veröffentlicht werden.

Die Ergebnisse der Analyse der niedersächsischen Güterverkehrszentren zeigen, dass die GVZ-Standorte in Niedersachsen eine erfolgreiche Entwicklung durchlaufen haben und ihre standortspezifischen Kompetenzen ausbauen konnten und künftig ausbauen werden. Darüber hinaus wurde deutlich, dass die gezielte Entwicklung und Förderung der GVZ/KV-Strukturen in Niedersachsen zu einer Stärkung des Wirtschafts- und Logistikstandortes Niedersachsens geführt hat.

Die GVZ-Standorte in Niedersachsen stellen erfolgreiche und bedeutende Hinterlandstandorte für die Seehäfen dar und bilden für die Abwicklungen nationaler und europäischer Landverkehre etablierte Schnittstellen. Hierbei bestehen enge Verflechtungen insbesondere mit den deutschen Seehäfen in Hamburg und Bremen aber auch mit den Westhäfen.

Künftig wird der JadeWeserPort nicht nur für das GVZ in Wilhelmshaven eine Rolle spielen, sondern auch für weitere GVZ-Standorte in Niedersachsen, vor dem Hintergrund neuer Relationen und eines weiteren Vernetzungsgrades. Generell lässt sich festhalten, dass die heutigen Mengen sowie das prognostizierte Mengenwachstum einen weiteren Bedeutungszuwachs der GVZ als wichtige intermodale Schnittstellen erwarten lassen. Um die volle Leistungsfähigkeit des Kombinierten Verkehrs auszuschöpfen, muss das System gesichert und weiter ausgebaut werden. Um die volle Wirksamkeit des Systems zu ermöglichen und Mehrwerte für die Unternehmen und für die Standorte zugenerieren, bedarf es der Integration in weitere thematisch  verwandte Konzepte (Hafenkonzept Niedersachsen, Masterplan Logistik Niedersachsen et al.).

Vier verschiedene Handlungsoptionen („Leitplanken“) wurden aufgezeigt, die für eine erfolgreiche Entwicklung und Positionierung des GVZ-Landes Niedersachsen erforderlich erscheinen sowie der verstärkten Nutzung des Systems Kombinierter Verkehr dienen sollten: 1. GVZ/KV Grundnetz in Niedersachsen ist vorhanden Handlungsoption: Kerne des Netzwerkes stärken und bedarfsorientierte Ergänzungen ermöglichen 2. GVZ/KV- Standort als Innovationsmotor Handlungsoption: GVZ-/KV-Plattformen für innovative Projekte nutzen und ausbauen 3. Stellenwert der GVZ/KV- Standorte ausbauen Handlungsoption: Integration in regionale und überregionale Konzepte vorantreiben 4. GVZ/KV- Standorte müssen marktseitige Anforderungen erfüllen Handlungsoption: Entwicklung eines dynamischen KV-Systems

 

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